Zum Greifen nah, scheint die Flasche Mixery Blend, die der Hauptdarsteller im 3D-Kinospot von Karlsberg dem Zuschauer entgegenschleudert. Am 8. April startet der Werbespot in den Kinos, männeraffin geschaltet vor dem 3D-Actionspektaktel „Kampf der Titanen“. „Mixery Blend ist ein Produkt, dass die Bierbranche revolutioniert, in dem es das Reinheitsgebot des Denkens aufbricht und in eine neue Dimension führt“, erklärt Jens Winnemann, Leiter Consumer Marketing Karlsberg Brauerei. Analog habe man für das erste Mixgetränk aus Weißbier und Hellem auch ein revolutionäres Werbemittel gesucht. „Unser Credo lautet, heute tun, was andere morgen denken“, so Winnemann zu der Entscheidung für den 3D-Spot. Entsprechend soll die Kampagne auch in 3D auf Smart Phones zu sehen sein, im Fernsehen auf Pro7, RTL II, MTV und Viva läuft sie aktuell noch in 2D. „Wir denken darüber nach 3D-Brillen aus Pappe in Sixpacks zu stanzen und mit einem Barcode zu versehen, so dass die Twens sich über ihren eigenen Zugang 3D-Spots auf ihre Handys laden können“, gibt sich Winnemann visionär.
Damit erobert der 3D-Siegeszug auch den Werbefilm. Nachdem 2009 die Kinos ein Besucherwachstum von 13 Prozent verbuchen konnten, nicht zuletzt dank der besucherstarken 3D-Filme Oben, Ice Age 3 und Avatar 2009, verspricht sich nicht mehr nur die Kinobranche durchschlagende Wirkung von der neuen Technologie. Immerhin acht Millionen Kinobesucher sahen sich im vergangenen Jahr 3D-Filme an.
Rund 450 Leinwände sind in Deutschland derzeit mit 3D-Filmen bespielbar, in ein bis zwei Jahren sollen es 1000 Leinwände sein, verspricht Nils Schilling, Geschäftsführer WerbeWeischer. Der Erfolg von Oscar-Gewinner Avatar und aktuell von Alice im Wunderland hat verstärkt Umrüstungswellen in den Kinos ausgelöst. Schließlich sollen im laufenden Jahr rund 35 weitere 3D-Filme an den Start gehen, darunter Blockbuster wie "Shrek" (30. Juni), Resident Evil (16. Mai), Toy Story 3 (29. Juli) oder der letzte Teil von Harry Potter (18.November).
Dabei sind die Kosten für die Kinobetreiber überschaubar. 25 000 bis 30 000 Euro müssen die Kinos bei bereits vorhandener digitaler Ausrüstung investieren. Die Kosten für den Werbungtreibenden für die Produktion eines 3D-Spots liegen etwa doppelt so hoch wie für einen herkömmlichen Spot. Ähnlich verhält es sich mit den Buchungskosten, die mit 4,94 Euro pro Sekunde und 1000 Kontakte, auch doppelt so hoch liegen, so Schilling. Die günstigere Variante war bisher einen 2D-Spot in 3D zu konvertieren (Kosten ca. 4000 bis 10 000 Euro), wie beispielsweise für RWE oder Samsung im vergangenen Jahr von WerbeWeischer realisiert. Mit der Premiere des ersten real stereoskopisch produzierten 3D-Spots – also direkt in 3D gedreht - rechnet Schilling mit weiteren Markenartiklern, die ihre Innovationsrolle betonen wollen, sei es aus der Telekommunikation, Entertainmentgames, Süßwaren oder Automobilbranche.
Quelle: W&V









